Die Kraft des Echten in einer digitalen Welt
Wozu braucht es dieses gedruckte Heft – Der Flügelschlag?
Und das in einer Zeit, in der Videobotschaften die Welt zu verändern scheinen, Inhalte durch künstliche Intelligenz in Sekundenschnelle entstehen und Recherchen vollkommen automatisiert ablaufen? Selbst Diagnosen bei Krankheiten werden teilweise von KI-Systemen gestellt, und die Nachrichten sind ohnehin längst nur noch digital.
Ist das die Zukunft?
Die Kraft der Geschichte
Im Editorial dieses Hefts erwähne ich, dass nicht ein Name Kraft hat, sondern die Geschichte des Menschen, der ihn trägt. So ist es nicht die Tempelstadt Hampi in Indien, die von Bedeutung ist, sondern die Geschichte und die spirituelle Kraft, die in ihr wohnen.
Im Flügelschlag geht es nicht um grosse Namen oder berühmte Persönlichkeiten. Vielmehr geht es um Geschichten, Erfahrungen und Erkenntnisse von Menschen – ob bekannt oder unbekannt.
Der Flügelschlag gewichtet das Wort einer Berühmtheit nicht schwerer als das eines völlig Unbekannten. Denn es geht um die Authentizität des Menschen, wenn er sein persönliches Wissen teilt – Wissen, das er durch seine Lebenserfahrung und Bildung erworben hat.
Erfahrung als Quelle des Wissens
Denn Handwerk und Bildung gehen Hand in Hand. Ein Shiatsu-Therapeut, ein medizinischer Masseur oder eine Naturheilpraktikerin haben einen langen Weg der Ausbildung hinter sich, der sie befähigt, ihre jeweilige Therapie kompetent auszuüben. Was darüber hinaus zählt, sind die Erfahrungen, die diese Menschen – Therapeuten wie Klienten – nach ihrer Ausbildung machen.
Denn die gewonnenen Erkenntnisse bestimmen letztlich, wie eine Behandlung durchgeführt wird – und nicht selten auch, ob sie erfolgreich ist oder nicht.
Von solchen Erfahrungen lebt Der Flügelschlag. Hier kommen Menschen zu Wort, die ihre Einsichten aufgrund ihres Lebenswegs gefunden haben. Es ist persönliches Wissen, das im Mainstream, in den klassischen Medien, oft keinen Platz findet.
Raum für das Echte
Doch hier – im Flügelschlag – ist Raum dafür. Raum, Neues zu erzählen, das über das Alte hinausgewachsen ist. Aber auch Raum, das Gute, das Bestand hat, zu feiern und die Menschen daran zu erinnern. Denn beileibe ist nicht alles Gold, was glänzt, und nicht alles Neue für alle gut.
Die einen loben das Internet, weil es unzählige Informationen in Sekundenschnelle liefert und ihre Arbeit erleichtert. Andere wiederum schätzen einen Bericht im Flügelschlag – den man offen auf dem Tisch liegen lassen kann, ohne Angst vor Datendiebstahl – weil er lange nachhallt und ohne Aufwand immer wieder gelesen werden kann.
Warum ein gedrucktes Magazin berührt
Ich liebe dieses Magazin – Der Flügelschlag – weil ich damit Menschen erreiche, wo das Internet nicht hinkommt. Nicht nur räumlich im Aussen, sondern vor allem im Innersten: im Herzen.
Warum? Weil die Menschen – die Partnerinnen, Partner und Autorinnen, Autoren des Flügelschlags – in ihren Aussagen authentisch sind. Sie sind Teil der physischen Welt, wie du und ich. Um sie zu finden und Neues zu entdecken, muss ich nicht in die anonyme, oft unmenschliche digitale Welt eintauchen. Im Gegenteil:
Ich kann zu Hause bleiben – dort, wo ich hingehöre, in der realen, natürlichen Welt, in der ich schlafe, gehe, esse. Dort, wo echter Austausch geschieht, den ich spüre und unmittelbar wahrnehme – ohne den Umweg über Nullen und Einsen, aus denen die digitale Welt besteht.
Der Mut zum Flügelschlag
Darum braucht es dieses gedruckte, aus dem Leben gewachsene Schweizer Magazin für anders Denkende. Darum lohnt sich der Einsatz, die Arbeit und jede Überwindung innerer Widerstände, um immer wieder aufs Neue einen Flügelschlag auszuführen.
Denn nur, wer seine Flügel schlägt, kann wahrhaft in die Höhe steigen – und die Welt aus einer Perspektive sehen, die durch keinen Bildschirm zu finden ist.
Die echte Reise
Es ist wie eine Reise an einen fernen, unbekannten Ort: Ich werde sie niemals erleben, das Unbekannte niemals meistern und daraus Erkenntnisse gewinnen, wenn ich vor dem Bildschirm sitze und im World Wide Web surfe. Reise ich hingegen in der realen Welt, behalte ich das, was mir wertvoll ist, in meinem Herzen. Spreche ich von Angesicht zu Angesicht – ohne Bildschirm, ohne digitale Filter – dann erlebe ich das echte Leben, mit all seinen Facetten: den angenehmen wie den herausfordernden.
Ich wünsche mir, dass wir unsere Ängste vor dem Unbekannten loslassen – statt uns von ihnen abhalten zu lassen, selbst ins tiefe Blau zu springen und eine Welt zu entdecken, die jenseits unserer Vorstellungen liegt. Eine Welt, die in Echtzeit auf uns wirkt, weil wir sie nicht bloss sehen, sondern mit all unseren Sinnen erfahren.
Mit allen Sinnen erleben
So wie Der Flügelschlag: ein Magazin, das man mit allen Sinnen erleben kann. Alles Neue und Unbekannte, das Wertvolle und Bestehende, das unperfekt Perfekte und das von Herzen Kommende – all das findet sich darin, wenn wir uns darauf einlassen.
Einige unserer Partnerinnen und Partner zeigen sich hier zum ersten Mal mit ihrer Berufung, andere bereits zum wiederholten Male. Wieder andere schreiben erstmals über ihre Gefühle, ihre Philosophie oder ihre gewonnene Sichtweise, während manche regelmässig ihr Wissen weitergeben und ihre Erfahrungen teilen, um die Lesenden zu inspirieren, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
Was für ein Heft, was für eine Geschichte
Neun Ausgaben gibt es inzwischen – jede einzelne echt, voller Wissen, Inspiration und Anregung. Ich bin stolz und glücklich, Teil davon zu sein.
Alles Liebe,
Hampi
Autor

Hampi van de Velde
Heilmedium | SVNH geprüfter Ausbildner für Heil-medien | Buchautor und Tutor der ISF (International Spiritualist Federation)
