Medizin für unsere Herzen
Kakao – für viele ist er einfach eine Zutat in süßen Versuchungen. Doch tief in der Tradition indigener Völker Südamerikas gilt er seit Jahrtausenden als heilige Pflanze, als „Medizin für das Herz“. Zeremonieller Kakao erlebt heute eine kraftvolle Renaissance – nicht nur als Superfood, sondern als spirituelle Begleiterin in einer Zeit des Wandels. Silvia Jäggi erzählt in diesem Erfahrungsbericht von der Magie des Kakaos, ihren bewegenden Erlebnissen in Guatemala und ihrer Mission, dieses uralte Wissen in Achtsamkeit und Dankbarkeit weiterzugeben.
Die Wurzeln der Kakaozeremonie
Die Kakaozeremonie ist ursprünglich ein Jahrtausend altes Ritual aus Südamerika. Kakao hatte für die Ureinwohner eine essenzielle Bedeutung und sie verehrten mit der Kakaozeremonie die Göttin Cacao, mit dem Ziel, den Menschen wieder in sein natürliches Gleichgewicht mit der Natur zu bringen. Deshalb kommt der Kakao in dieser zeremoniellen Form wieder zurück zu uns. Durch seine herzöffnende Wirkung unterstützt er uns, emotionale Blockaden zu lösen und eine tiefere Verbindung mit uns selbst zu erlangen.
Mein Weg zum Kakao
Als der Kakao vor mehr als zwei Jahren durch den Kakao*Magier Urs jOsé Zuber in mein Leben kam, wusste ich noch nicht viel über diese Frucht und ihre faszinierenden Eigenschaften. Ich war jedoch auch sehr bald begeistert von diesem magischen Getränk. Inzwischen ist es unsere gemeinsame Mission, den Zeremoniellen Kakao unter die Menschen zu bringen.
Kakao – ein Superfood für Körper, Geist und Seele
Kakao ist ein wahres Superfood voller wertvoller Inhaltsstoffe. Er ist reich an Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink, Kalium, Chrom und Vitamin E – in relevanten Mengen. Dazu enthält er über 1.200 bioaktive Verbindungen, darunter kraftvolle Antioxidantien – sogar mehr als Blaubeeren, Granatäpfel oder Weintrauben.
Das enthaltene Theobromin erweitert die Blutgefäße und verbessert die Sauerstoffversorgung und sorgt für Energie, ähnlich wie Café, nur viel sanfter und länger. Zudem regt Kakao die Produktion von Serotonin und Dopamin an, was sich positiv auf Stimmung, Energie und Wohlbefinden auswirkt. Auch Anandamid, das sogenannte „Glücksmolekül“, ist enthalten. Diesen hochwirksamen Botenstoff findet man in der Natur nur in zwei Pflanzen: Trüffels im Boden und in grosser Menge in den Kakaobohnen, sofern sie nicht mit hohen Temperaturen geröstet werden.
Das Besondere am Anandamid ist, dass es am Endocannabinoidsystem (ECS) andockt, am gleichen Ort wie auch die bekannten Stoffe CBD und THC aus der Hanfpflanze. Erst seit kurzem ist bekannt, dass das ECS der Hauptregulator im menschlichen Körper ist und daher essentiell für Wohlbefinden und Gesundheit. Kakao nährt Körper, Geist und Seele – auf natürliche und kraftvolle Weise. Traditionell wird zeremonieller Kakao nur mit Wasser, Gewürzen und ohne Zucker zubereitet.
Begegnung mit den Wurzeln: Unsere Reise nach Guatemala
Heute ist der Kakao für mich ein Geschenk der Erde und vor allem Medizin für uns Menschen in dieser Zeit der Transformation. Bald war auch der Wunsch da, in eines der Länder zu reisen, aus dem unser Kakao stammt.
Wir wollten sehen, wie diese Frucht angebaut, geerntet und verarbeitet wird und unter welchen Bedingungen die Menschen arbeiten. Wir wollten uns selbst überzeugen, dass alles unter fairen Bedingungen abläuft, im Einklang mit Mensch und Natur.
Ende März 2024 war es dann so weit und wir reisten nach Santa Maria de Cahabon in der Region Alta Verapaz, die ärmste Region von Guatemala. Dort befindet sich die Farm Santa Eliza, welche von einem deutschen Paar geführt wird.
Sogleich am ersten Tag konnten wir bei der Ernte der Kakaofrüchte dabei sein. Was ich da erleben und sehen durfte, hat mich sehr berührt. Da sich die Plantage in einem sehr hügeligen Gebiet befindet, können keine Fahrzeuge eingesetzt werden und es wird alles in Handarbeit und zu Fuss gemacht. Das heisst, die Farmer schleppen 60–70 kg schwere Säcke mit den Kakaobohnen auf dem Rücken durch die Hügel der Farm bei tropischer Hitze. Es fliessen also bereits viele Schweisstropfen, bis der Kakao im Fermentationszentrum ankommt und dort weiterverarbeitet werden kann.
Die Menschen bei dieser harten Arbeit zu sehen, veränderte definitiv meine Sicht und Wertschätzung für den Kakao. Seit der Reise nach Guatemala geniesse ich jede Tasse Kakao mit noch mehr Dankbarkeit, Respekt und Liebe für die Menschen, welche hart dafür gearbeitet haben.
Unsere Mission: Achtsamkeit und Fairness
Diese Erfahrungen teilen Urs und ich seitdem bei unseren Workshops und Events, weil wir es als unsere Aufgabe sehen, dass der Kakao nicht unter seinem Wert angeboten wird. Dafür setzten wir uns ein und unterstützen mit all unseren Projekten und Kakaoverkäufen nachhaltige und faire Kakaoproduzenten und Farmen wie die Farm Santa Eliza in Guatemala, die sich auch sozial für die Gemeinde (Schule/Zahngesundheit/etc.) engagiert.
Daher sind wir als Verein (Verein für ein neues Zeitbewusstsein) stets auf der Suche nach neuen Kakaopartnern auf der ganzen Welt, welche sich ebenfalls für einen achtsamen und schonenden Umgang mit der edlen Götterpflanze einsetzen.
Kakao als Nahrung für den Wandel
Eine alte Legende der Mayas besagt, dass immer dann, wenn ein Ungleichgewicht zwischen Menschen und Natur besteht, Cacao aus dem Regenwald kommt, um die Herzen der Menschen zu öffnen und den Planeten wieder in einen Zustand der Harmonie zu bringen. Manche Schamanen betrachten Kakao daher als Nahrung für den Wandel. Er steht für die neue Ordnung der Liebe und des Friedens, die gerade jetzt kultiviert wird mit bewussten Menschen wie dir, die allenfalls am Morgen mal eine Tasse Cacao zubereiten statt aufs Knöpfchen der Cafémaschine zu drücken.
Silvia Jäggi
Autor

Silvia und u.r.s. josé
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