FRIEDEN – MUT ZUR WUT

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Wie ehrlicher Ausdruck, innere Balance und Bewusstsein den wahren Frieden schaffen

 

Frieden ist kein ferner Ort, den man erst außerhalb findet. Er beginnt in dir – in deiner Selbstverantwortung und deiner Bereitschaft, Schatten anzuschauen, Wut zu fühlen, achtsam auszudrücken und in Balance zu leben. Dieser Text lädt ein zu einer inneren Reise, welche die Beziehung zu dir selbst, zur Erde, zu Tieren und zu Mitmenschen harmonisiert. Frieden entsteht durch achtsames Sehen, mutiges Ausdrücken und eine dynamische Balance von Yin und Yang, Denken und Fühlen, Geben und Empfangen.

Lass uns gemeinsam Schritt für Schritt Wege finden, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse sichtbar zu machen und Räume der Heilung, des Vertrauens und der Verbundenheit zu schaffen.

Innerer Frieden als Basis des äußeren Friedens

 

Ich sehe eine große Notwendigkeit, dass wir uns jetzt alle aktiv dafür einsetzen, inneren Frieden zu erschaf- fen und zu halten – und daraus auch den äußeren Frieden zu kultivieren: den Frieden in Beziehungen mit der Erde, den Tieren und anderen Menschen und Wesen.

Mit Frieden ist nicht nur die Absenz von Krieg gemeint, sondern die dynamische, freudige Art des Tanzes, bei welchem sich die Menschen ihrer Bedürfnisse bewusst sind, sie fühlen und danken können, sie ausdrücken dürfen, den anderen dabei zuhören können und daraus gemeinsam Größeres schaffen.

Psychologische Perspektive: Schatten integrieren und Gleichgewicht

 

Aus psychologischer Sicht bedeutet diese Art von Frieden, dass wir die Schatten integriert haben und dass unsere inneren Anteile eine dynamische Balance halten – dann kann uns nichts und niemand mehr nerven, nicht einmal eine Mücke, die uns nicht schlafen lässt.

Diese innere Balance bedeutet, mal im weiblichen An- teil zu sein, mal im männlichen. Einmal sind wir im Tun und dann wieder im Sein. Mal sind wir im Kopf und dann wieder im Herzen. Mal denken, mal fühlen, mal emp- fangen, mal geben – Yin und Yang sind gleichmäßig ausbalanciert, ein fließendes Gleichgewicht.

Wut als Wegweiser und Kraftquelle

 

Viele der weiblichen Pole wurden in der westlichen Welt verdammt und unterdrückt. Einer davon ist das Fühlen ALLER Gefühle und dazu gehört die Wut genauso wie die Freude.Wenn die Wut nicht gefühlt und angemessen ausgedrückt werden kann, staut sich diese Energie in unserem Körper und wir werden zu einer tickenden Wut-Zeitbombe.

Diese kann jederzeit in einem Wutausbruch hoch gehen. Eine gelebte und angemessene Wut jedoch, gibt uns Klarheit und Fokus beim Thema Abgrenzung. Dort ist die Wut der deutliche Indikator, dass unseren Grenzen überschritten sind und wir können dann auch klar und deutlich kommunizieren, unsere Bedürfnisse aussprechen und allenfalls Abstand herstellen.

Leider wird die aufgestaute Wut sehr oft auf ein Gegenüber wie Partner, Nachbar, Politiker, Tier oder noch schlimmer auf unsere Kinder projiziert, da sie nicht ausgedrückt werden durfte und brav zurückgehalten werden musste. Weil der Wutausbruch dann unangepasst gross ist, ist danach die Scham umso grösser. Ein Kind erleidet dadurch mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Bindungs- und Entwicklungstrauma. Genauso haben es bereits unzählige Generationen vor uns gelernt und weitergegeben und deshalb sind wir eine sehr traumatisierte Gesellschaft.

Der erste Friede, der wohnt in mir Der zweite Frieden, den finde ich mit dir Der dritte Frieden ist der in der Welt, der nur mit dem ersten wirklich hält

(Liedtext von stimmvolk.ch)

 Eine gestaute Wut weg zu meditieren, wie es in vielen spirituellen Praktiken vorgeschlagen wird, ist hier genauso unsinnig, wie das Überkleben der roten Motorwarnlampe im Auto. Es ist wichtig, dass wir die Wut halten und kommunizieren können und dann ist es vielleicht auch angebracht, dass die gestaute Wut in einem geschützten Raum/Workshop und begleitet von einem Therapeuten/Trainer auch mal ausagiert werden kann. Dann können wir heilen und dann kann die Welt heilen.

Eine angemessene Wut schafft Klarheit und hinterlässt Stille. Deshalb bitte Mut zur Wut, damit wir endlich den verdienten Frieden auf Erden und ein Umgang in Liebe mit allen Wesen erfahren dürfen.

Ausblick und Inspiration

 

Im Buch Frieden von David Barfuss findest du noch mehr Methoden – alle ausführlich beschrieben – und sogar ein Kapitel zum Thema: Das Gegenüber will keinen Frieden. Auch dafür gibt es Wege der Lösung.

Danke, dass du dir Zeit für diese Gedanken genommen hast. Möge der Frieden, den du in dir findest, dein Umfeld liebevoll gestalten und uns alle zu einem achtsameren, verbundenen Miteinander führen.

Jede kleine ehrliche Handlung – ein klares Nein, ein offenes Zuhören, eine angemessene, aber geerdete Wut – trägt zum großen weltweiten Gleichgewicht bei. Lass uns mutig bleiben, Schatten anschauen und Harmonie in Bewegung bringen – innen wie außen.

 

Werkzeuge & Methoden für inneren Frieden

 

1. Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg

– Ziel: Bedürfnisse klar und respektvoll ausdrücken, ohne andere zu beschuldigen, und gleichzeitig die Bedürfnisse anderer wahrnehmen.

– Kernbausteine: Beobachtung statt Bewertung, Gefühle benennen, Bedürfnisse nennen, konkrete Bitten formulieren.

Nutzen: Konflikte werden lösbarer, Beziehungen werden achtsamer und verbindender.

2. Ehrliches Mitteilen (EM) nach Gopal Norbert Klein

– Ziel: Eigenes Erleben ehrlich, authentisch und verantwortungsvoll ausdrücken.

– Ansatz: Ehrliches Mitteilen ist keine Therapie, sondern eine Form der Selbsthilfe in lokalen Gruppen. Jeder nimmt eigenverantwortlich teil. Der Prozess basiert auf drei Ebenen: Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken. Nutzen: EM öffnet den Raum für tiefe Verbundenheit, Frieden und Freiheit.

Buchtipp: Der Vagusschlüssel zur Traumaheilung von Gopal Norbert Klein.

3. TRE – Tension & Trauma Releasing Exercises (Dr. David Berceli)

– Ziel: Spannungen und traumatische Muskelreaktionen im Körper loslassen.

-Ablauf: Eine Serie von sieben Stretch-Übungen, die gezielt Muskelgruppen, besonders in der Lendenregion, aktivieren. Anschließend folgt das neurogene Zittern – ein natürlicher Prozess der körperlichen Entladung.

-Nutzen: Abbau tiefliegender muskulärer Anspannung, Regulation des Nervensystems, erhöhte Resilienz.

4. Ho’oponopono

– Ziel: Vergebung, Versöhnung und innere Reinigung.

– Praxis: Vier Schritte – Es tut mir leid. Bitte verzeih mir. Danke. Ich liebe dich.

-Nutzen: Schuldgefühle lösen, Herz öffnen, inneren Frieden fördern.

5. The Work von Byron Katie

-Ziel: Belastende Gedanken erkennen, überprüfen und transformieren.

-Methode: Vier Fragen und Umkehrungen, um automatische Gedankenmuster zu durchbrechen. Nutzen: Klarheit, Freiheit und Selbstreflexion.

Frieden ist JETZT für alle Wesen dieser Erde.

Silvia Jäggi

 

 

Autoren

Silvia und u.r.s. josé

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