Retrospektive – Die reflektierende Betrachtung vergangener Erfahrungen

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Das Leben lebt sich selbst nur vorwärts, kann aber nur rückwärts verstanden werden. Wir Menschen hingegen halten des Öfteren, statt Erkenntnisse der Vergangenheit zu nutzen, an alten Zöpfen fest und verhindern unser Vorwärtskommen.

Das bedeutet nicht zwangsläufig etwas Schlechtes, denn viele unserer Werte und Errungenschaften sind einzigartig, edel und gutherzig. Anderes bedarf jedoch einer Revision oder gar einer Beerdigung, damit unerwünschte Auswirkungen nicht die Macht erhalten, unser Leben und das Leben anderer zu erschweren oder gar zu zerstören.

Keine Sorge, dies wird kein belehrender Katastrophen-Leitartikel, und ich übe mich auch nicht im Schwarz-Weiß-Malen. Im Gegenteil! Ich möchte vermitteln, dass wir das Leben inspiriert und in Farbe gestalten sollten.

Das funktioniert in meinen Augen nicht ohne gelegentliche Rückschau und Selbstreflexion. Was in unserem Leben welche Auswirkungen hatte, können wir nur rückblickend feststellen. Unsere Erfahrungen beleuchten den Weg hinter uns und zeigen die Zusammenhänge auf. Erst der Blick zurück auf die schönen und weniger schönen Situationen lässt uns erkennen, wozu dies oder jenes gut gewesen ist.

In einer Rede an der Stanford University in den USA erklärte Apple-Gründer Steve Jobs unter anderem, dass er es schön finde, Ehrendoktor dieser Universität zu sein, obwohl er in seiner Studentenzeit an eben dieser Uni viele Kurse nicht besucht und Abschlüsse nicht gemacht habe.

Er sei lieber in Workshops gegangen, wie zum Beispiel die klassische Schriftenmalerei und andere ihn interessierende Kurse, anstatt Vorlesungen zu belegen.

Im Verlauf der Rede erwähnte er zudem, dass er die Uni verlassen hatte, weil er fand, dass er nur wegen seiner Eltern dort gewesen sei und sie sich das Geld für die teure Uni sparen könnten. Aber auch, dass er, als er die Apple-Computer entwickelte, sehr darauf achtete, welche Schriften und wie diese auf den Geräten angewendet werden könnten.

Und ja, noch heute arbeiten ein Großteil der Grafiker weltweit mit Apple-Computern – weil diese sich für grafische Arbeiten und ein paar andere Dinge tatsächlich besser eignen.

Wenn ich mein Leben rückblickend betrachte, habe ich nicht erreicht, was Steve Jobs erreicht hat. Ich will mich auch keinesfalls vergleichen. Ich erkenne jedoch, dass ich oftmals nicht den klassischen oder von Eltern und Gesellschaft vorgegebenen Weg gegangen bin. Weder in beruflichen Tätigkeiten, noch in meiner Sportlerkarriere oder auch in meiner persönlichen Lebensweise. Und schon gar nicht mit dem Heft der Flügelschlag. 

Dieses entspricht weder im Layout noch in den Inhalten den klassischen oder grafischen Vorgaben, wie ein Magazin zu sein hat. Meine Planung und das Vorgehen dabei sind zutiefst intuitiv und von den Autoren verlange ich kein Bachelor-Studium in literarischem Schreiben. Fach- und praktisches Wissen, fundierte (Lebens-)Erfahrungen sowie gesunder Menschenverstand reichen vollkommen aus.

Dennoch – oder gerade deswegen – ist der Flügelschlag eine einzigartige Perle im Blätterwald. Farbig, vielseitig, voller Herz und Leidenschaft. Es gibt darin Texte und Artikel zu Themen, die es sonst nirgendwo zu lesen gibt. Vielfach von Menschen, die anderenorts nicht oder nur gegen Bares veröffentlicht werden, weil sie zu wenig prominent sind oder die Themen zu wenig Mainstream (nicht gesellschaftsrelevant).

«Nicht gesellschaftsrelevante» Themen interessieren mich aber seit jeher mehr als konforme Texte zu Modelleisenbahnen, Schminkzeug oder politisch korrektes Verhalten. Kurz gesagt, was im Mainstream abgedruckt wird, ist nicht unbedingt das, was mich bewegt.

Die Inhalte im Der Flügelschlag hingegen bewegen mich. Das Wissen, Wirken und Arbeiten der Autoren und besonders der Partner ist beeindruckend. Das sind Menschen mit Herzensbildung statt nur theoretischem Wissen, die erkannt haben, dass Tiefpunkte der Vergangenheit zu den Höhepunkten der Gegenwart und der Zukunft führen können, und die Zukunft an Entscheidungen in der Gegenwart hängt, weil unsere Entscheidungen unser Leben steuern, egal wo wir gerade sind, was wir tun oder anstreben.

«Von alten Piloten lernt man das Fliegen», besagt ein Sprichwort in der Fliegerei. Darum sollten junge Innovationen nie auf frühere Erfahrungswerte verzichten. Die Erfahrungswelt ist vielfältig wie nichts sonst und hat eine unglaublich wichtige Rolle inne, besonders im Der Flügelschlag.

Es macht gleichermassen Sinn: in der Gegenwart offen zu sein für eine neue Welt wie auch dankbar zu sein für die vergangenen Zeiten. Wenn wir von Offenheit sprechen, sollten wir uns davor hüten, Menschen auszuschliessen und wenn wir von Freiheit reden, davor, diese nicht im Vorfeld bereits zu beschneiden.

Der Flügelschlag muss nicht gesellschaftsrelevant sein und darf sich frei entfalten. So erfreuen wir uns an Inhalten über altes Wissen, das neben und in neuen Erkenntnissen steckt. An Altbewährtem in Informationen über neue Technologien und ungewöhnliche Sichtweisen von lebensbejahenden Menschen.

Denn nur, wenn wir die Welt durch alle Augen sehen, mit allen Schuhen begehen und mit dem einen Herzen wahrnehmen, können wir begreifen, dass es nicht auf die Meinungen und Worte ankommt, sondern auf das Verhalten und das Handeln eines jeden Einzelnen.

Autor

Hampi van de Velde

Heilmedium | SVNH geprüfter Ausbildner für Heilmedien | Buchautor und Tutor der ISF (International Spiritualist Federation)

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